Die entscheidende Größe beim Küstenangeln ist die Windrichtung, nicht die Windstärke. Sie bestimmt, welches Ufer im Lee liegt, wie trüb das Wasser ist und wo der Köder überhaupt geworfen werden kann.
Auflandig oder ablandig?
Auflandiger Wind drückt Wasser an die Küste, wühlt den Grund auf und trübt ein. Für Meerforelle und Dorsch ist mäßig auflandiger Wind oft ideal: Die Trübung gibt Deckung, aufgewirbelte Nahrung zieht Fisch heran. Ab etwa 5 Beaufort wird das Werfen unmöglich und die Brandung zu stark.
Ablandiger Wind gibt klares Wasser und ruhige Oberfläche — angenehm zum Werfen, aber der Fisch steht weiter draußen. Und ablandiger Wind aus östlichen Richtungen kann an der Ostsee den Auftrieb kalten Tiefenwassers auslösen: Die Wassertemperatur fällt dann binnen eines Tages um mehrere Grad, und die Beißlaune fällt mit.
Der Luftdruck
Fallender Luftdruck vor einem aufziehenden Tief gilt als gute Phase — viele Angler berichten von erhöhter Aktivität, kurz bevor das Wetter umschlägt. Stabiler hoher Druck über Tage bringt dagegen oft Flaute im doppelten Sinn. Die Tendenz lesen Sie aus der Wetterlage im Seewetterbericht: „Tief zieht ostwärts" heißt fallender Druck.
Gezeiten an der Nordsee
An der Nordseeküste kommt der Tidenhub dazu. Als Faustregel gilt die Zeit um auflaufendes Wasser als die aussichtsreichste, weil Fisch mit der Flut in die flachen Bereiche zieht. Die Vorausberechnungen für die deutschen Pegel gibt das BSH heraus.
Was Sie hier zusammen finden
Diese vier Größen stehen sonst auf vier verschiedenen Seiten: Windrichtung im Seewetterbericht, Wassertemperatur bei der Wasserstraßenverwaltung, Luftdrucktendenz in der Wetterlage, Gezeiten beim BSH. Auf den Revierseiten werden sie zusammengeführt — das ist der Grund, warum es diesen Bereich gibt.