SeewettervorhersageNord- und Ostsee

Angelwetter an der Küste

Für Angler zählt eine andere Zahl als für Segler: nicht wie stark der Wind weht, sondern aus welcher Richtung.

Reviere 10Quellen DWD und WSV

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Die entscheidende Größe beim Küstenangeln ist die Windrichtung. Sie bestimmt, welches Ufer im Lee liegt, wie trüb das Wasser ist und ob überhaupt geworfen werden kann. Die Windstärke sagt nur, wie unbequem es dabei wird.

Auflandig oder ablandig

Auflandiger Wind drückt Wasser an die Küste, wühlt den Grund auf und trübt ein. Für Meerforelle und Dorsch ist mäßig auflandiger Wind oft ideal: Die Trübung gibt Deckung, aufgewirbelte Nahrung zieht Fisch heran. Ab etwa fünf Beaufort wird das Werfen unmöglich und die Brandung zu stark.

Ablandiger Wind gibt klares Wasser und eine ruhige Oberfläche. Angenehm zum Werfen, aber der Fisch steht weiter draußen. Und ablandiger Wind aus östlichen Richtungen löst an der Ostsee den Auftrieb kalten Tiefenwassers aus. Die Wassertemperatur fällt dann binnen eines Tages um mehrere Grad, und die Beißlaune fällt mit.

Der Luftdruck

Fallender Luftdruck vor einem aufziehenden Tief gilt als gute Phase. Viele Angler berichten von erhöhter Aktivität, kurz bevor das Wetter umschlägt. Stabiler hoher Druck über Tage bringt dagegen oft Flaute im doppelten Sinn. Die Tendenz lesen Sie aus der Wetterlage im Seewetterbericht: „Ein Tief zieht ostwärts" heißt fallender Druck.

Gezeiten an der Nordsee

An der Nordseeküste kommt der Tidenhub dazu. Als Faustregel gilt die Zeit um auflaufendes Wasser als die aussichtsreichste, weil Fisch mit der Flut in die flachen Bereiche zieht. Die Vorausberechnungen für die deutschen Pegel gibt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie heraus.

Was zusammengehört

Diese vier Größen stehen sonst auf vier verschiedenen Seiten: Windrichtung im Seewetterbericht, Wassertemperatur bei der Wasserstraßenverwaltung, Luftdrucktendenz in der Wetterlage, Gezeiten beim BSH. Hier stehen sie nebeneinander. Das ist der ganze Zweck dieser Seite.

Reviere

Die zehn wichtigsten Küstenreviere

Kurzcharakteristik und die Windrichtung, die dort trägt. Für die aktuellen Werte nutzen Sie den Bericht und die Messstellen.

RevierMeerCharakter
Flensburger FördeOstseeTief eingeschnitten, bei westlichen Winden auf ganzer Länge windgeschützt. Meerforelle im Frühjahr und Herbst, Dorsch auf den tieferen Rinnen.
Kieler BuchtOstseeOffen nach Nordost. Bei ablandigem Südwest klares Wasser und weite Wurfweiten, bei Nordost schnell unfischbar.
Lübecker BuchtOstseeFlach auslaufende Strände von Travemünde bis Pelzerhaken. Auflandiger Nordost bringt Trübung und damit oft die besseren Tage.
Mecklenburger BuchtOstseeSteilküsten bei Kühlungsborn und Rerik, dazwischen Sandstrände. Der Auftrieb bei Ostwind ist hier besonders ausgeprägt.
Fischland-Darß-ZingstOstseeZwei Reviere in einem: Weststrand mit offener Ostsee, Boddenseite mit flachem Brackwasser und Hecht.
Rügen und HiddenseeOstseeAußenküste und Bodden liegen wenige Kilometer auseinander und verhalten sich völlig verschieden. Bei Starkwind bleibt fast immer eine Seite befischbar.
Usedom und AchterwasserOstseeLange Außenstrände, dazu das flache Achterwasser mit Zander und Hecht.
Ostfriesische InselnNordseeTidenabhängig. Priele und Seegatts führen den Fisch, das Zeitfenster um auflaufendes Wasser ist entscheidend.
Elbmündung und CuxhavenNordseeStarke Strömung, großer Tidenhub. Finte im Frühjahr, Wolfsbarsch im Sommer.
Nordfriesland und SyltNordseeBrandungsangeln an den Weststränden, im Wattenmeer gelten großflächig Schutzgebietsregeln.
Wassertemperatur
Messwerte
An allen Küstenpegeln mit Temperaturfühler
Windrichtung
Küste
Amtlicher Bericht für die deutschen Küstenabschnitte
Windstärke
Beaufort
Ab wann Werfen und Brandung schwierig werden

Regeln, die überall gelten

Für das Angeln in Küstengewässern brauchen Sie in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein einen Fischereischein oder einen touristischen Ersatz sowie die jeweilige Abgabemarke. In Nationalparks, Vogelschutzgebieten und Robbenschutzzonen gelten zusätzliche Beschränkungen, im Wattenmeer großflächig. Für Dorsch bestehen seit einigen Jahren Fangbeschränkungen, die jährlich neu festgelegt werden.

Erkundigen Sie sich vor dem Törn beim jeweiligen Landesamt. Die Regeln ändern sich häufiger als das Wetter.