SeewettervorhersageNord- und Ostsee

Die Beaufort-Skala

Dreizehn Stufen, die nicht Geschwindigkeit messen, sondern Wirkung. Genau deshalb kann man sie aus dem Cockpit ablesen.

Lesezeit 6 MinutenZuletzt geprüft Juli 2026

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Die Beaufort-Skala beschreibt die Windstärke in dreizehn Stufen von 0 bis 12 anhand ihrer sichtbaren Wirkung auf die See. Der Deutsche Wetterdienst gibt Windstärken im Seewetterbericht grundsätzlich in Beaufort an, nicht in Knoten. „Südwest 5 bis 6" bedeutet also frische bis starke Brise, rund 17 bis 27 Knoten.

BftBezeichnungKnotenkm/hWelleZustand der See
0Windstilleunter 1unter 2spiegelglatte See
1leiser Zug1–32–50,1 mkleine schuppenförmige Kräuselwellen
2leichte Brise4–66–110,2 mkurze Wellen, Kämme brechen nicht
3schwache Brise7–1012–190,6 merste Schaumköpfe
4mäßige Brise11–1620–281 mlängere Wellen, verbreitet Schaumköpfe
5frische Brise17–2129–382 mmäßige Wellen, überall weiße Kämme
6starker Wind22–2739–493 mgrößere Wellen, Gischt
7steifer Wind28–3350–614 mSee türmt sich, Schaum legt sich in Streifen
8stürmischer Wind34–4062–745,5 mhohe Wellenberge, Gischt weht ab
9Sturm41–4775–887 mKämme stürzen, Sicht durch Gischt gemindert
10schwerer Sturm48–5589–1029 mSee weiß, schwere stoßartige Brecher
11orkanartiger Sturm56–63103–11711,5 mSee vollständig weiß, Sicht stark gemindert
12Orkanab 64ab 118über 14 mLuft mit Gischt gefüllt, keine Sicht

Wellenhöhen gelten für offene See bei langer Wirkdauer und großem Windweg. In der Ostsee bleiben die Wellen bei gleicher Windstärke niedriger, dafür kürzer und steiler — das ist für ein kleines Boot oft unangenehmer als eine höhere, lange Nordseewelle.

Was die Stufen für ein Sportboot bedeuten

0 bis 3 — wenig bis angenehm

Unter 4 Beaufort wird Segeln zur Geduldsprobe. Ab 2 bis 3 läuft eine Fahrtenyacht gemütlich. Der Bereich für Familientörns, erste Fahrten nach dem Winter und alles, was mit ungeübter Crew stattfindet.

4 bis 5 — der Segeltag

Wofür die meisten Fahrtenyachten ausgelegt sind. Das Boot läuft gut, die Wellen bleiben beherrschbar, die Crew ist abends nicht erschöpft. Bei 5 denkt der erfahrene Segler ans erste Reff — nicht weil es nötig wäre, sondern weil es später schwerer wird.

6 bis 7 — anstrengend, für Geübte

Ab 6 Beaufort gibt der DWD Starkwindwarnungen für die Küstengebiete aus. Reffen ist zwingend, Seekrankheit wird zum Thema, Hafenmanöver werden schwierig. Wer unsicher ist, bleibt liegen — auch wenn das Boot es aushalten würde. Die Grenze ist meist die Crew, nicht das Material.

Ab 8 — nicht mehr freiwillig

Sturmwarnung. Ein Sportboot hat auf offener See nichts mehr verloren. Wer überrascht wird, denkt an Schutzhäfen, Sturmbesegelung und daran, dass die Hafeneinfahrt bei auflandigem Schwell gefährlicher sein kann als das Draußenbleiben.

Böen sind nicht der Mittelwind

Der Bericht nennt die mittlere Windstärke. Böen liegen typischerweise zwei bis drei Stufen darüber, bei Gewittern mehr. Steht dort „östliche Winde 5, Gewitterböen 8", muss das Boot Windstärke 8 vertragen. Diese Zeile wird am häufigsten überlesen — mehr dazu unter Seewetterbericht lesen.

Umrechnen im Kopf

Für den Hausgebrauch: Beaufort mal 5 ergibt ungefähr die Knoten, ab Windstärke 6 etwas weniger. Bft 4 sind rund 13 Knoten, Bft 6 rund 24, Bft 8 rund 37. Für Kilometer pro Stunde die Knoten knapp verdoppeln.

Warum Beaufort und nicht Knoten?

Beaufort beschreibt Wirkung, nicht Geschwindigkeit. Admiral Francis Beaufort entwickelte die Skala 1806 für Segelschiffe ohne Messgeräte: Man beobachtete, wie die See aussah und wie viel Tuch ein Schiff noch tragen konnte. Deshalb ist sie an Bord bis heute praktisch — sie funktioniert, wenn der Windmesser ausfällt, und sie berücksichtigt implizit, dass 25 Knoten mit hohem Seegang etwas völlig anderes sind als 25 Knoten auf glattem Wasser.

Sprache

Seewetterbericht lesen

„Strichweise", „gebietsweise", „vorübergehend" — jedes Wort hat eine feste Bedeutung

Hs

Seegang und Wellenhöhe

Warum einzelne Wellen fast doppelt so hoch laufen wie der angegebene Wert

Warn

Sturmwarnungen

Starkwind, Sturm, Orkan — wann welche Stufe ausgegeben wird und über welchen Weg