Die Beaufort-Skala beschreibt die Windstärke in dreizehn Stufen von 0 bis 12 anhand ihrer sichtbaren Wirkung auf die See. Der Deutsche Wetterdienst gibt Windstärken im Seewetterbericht grundsätzlich in Beaufort an, nicht in Knoten. „Südwest 5 bis 6" bedeutet also frische bis starke Brise, rund 17 bis 27 Knoten.
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| Bft | Bezeichnung | Knoten | km/h | Welle | Zustand der See |
|---|---|---|---|---|---|
| 0 | Windstille | unter 1 | unter 2 | – | spiegelglatte See |
| 1 | leiser Zug | 1–3 | 2–5 | 0,1 m | kleine schuppenförmige Kräuselwellen |
| 2 | leichte Brise | 4–6 | 6–11 | 0,2 m | kurze Wellen, Kämme brechen nicht |
| 3 | schwache Brise | 7–10 | 12–19 | 0,6 m | erste Schaumköpfe |
| 4 | mäßige Brise | 11–16 | 20–28 | 1 m | längere Wellen, verbreitet Schaumköpfe |
| 5 | frische Brise | 17–21 | 29–38 | 2 m | mäßige Wellen, überall weiße Kämme |
| 6 | starker Wind | 22–27 | 39–49 | 3 m | größere Wellen, Gischt |
| 7 | steifer Wind | 28–33 | 50–61 | 4 m | See türmt sich, Schaum legt sich in Streifen |
| 8 | stürmischer Wind | 34–40 | 62–74 | 5,5 m | hohe Wellenberge, Gischt weht ab |
| 9 | Sturm | 41–47 | 75–88 | 7 m | Kämme stürzen, Sicht durch Gischt gemindert |
| 10 | schwerer Sturm | 48–55 | 89–102 | 9 m | See weiß, schwere stoßartige Brecher |
| 11 | orkanartiger Sturm | 56–63 | 103–117 | 11,5 m | See vollständig weiß, Sicht stark gemindert |
| 12 | Orkan | ab 64 | ab 118 | über 14 m | Luft mit Gischt gefüllt, keine Sicht |
Wellenhöhen gelten für offene See bei langer Wirkdauer und großem Windweg. In der Ostsee bleiben die Wellen bei gleicher Windstärke niedriger, dafür kürzer und steiler — das ist für ein kleines Boot oft unangenehmer als eine höhere, lange Nordseewelle.
Was die Stufen für ein Sportboot bedeuten
0 bis 3 — wenig bis angenehm
Unter 4 Beaufort wird Segeln zur Geduldsprobe. Ab 2 bis 3 läuft eine Fahrtenyacht gemütlich. Der Bereich für Familientörns, erste Fahrten nach dem Winter und alles, was mit ungeübter Crew stattfindet.
4 bis 5 — der Segeltag
Wofür die meisten Fahrtenyachten ausgelegt sind. Das Boot läuft gut, die Wellen bleiben beherrschbar, die Crew ist abends nicht erschöpft. Bei 5 denkt der erfahrene Segler ans erste Reff — nicht weil es nötig wäre, sondern weil es später schwerer wird.
6 bis 7 — anstrengend, für Geübte
Ab 6 Beaufort gibt der DWD Starkwindwarnungen für die Küstengebiete aus. Reffen ist zwingend, Seekrankheit wird zum Thema, Hafenmanöver werden schwierig. Wer unsicher ist, bleibt liegen — auch wenn das Boot es aushalten würde. Die Grenze ist meist die Crew, nicht das Material.
Ab 8 — nicht mehr freiwillig
Sturmwarnung. Ein Sportboot hat auf offener See nichts mehr verloren. Wer überrascht wird, denkt an Schutzhäfen, Sturmbesegelung und daran, dass die Hafeneinfahrt bei auflandigem Schwell gefährlicher sein kann als das Draußenbleiben.
Böen sind nicht der Mittelwind
Der Bericht nennt die mittlere Windstärke. Böen liegen typischerweise zwei bis drei Stufen darüber, bei Gewittern mehr. Steht dort „östliche Winde 5, Gewitterböen 8", muss das Boot Windstärke 8 vertragen. Diese Zeile wird am häufigsten überlesen — mehr dazu unter Seewetterbericht lesen.
Umrechnen im Kopf
Für den Hausgebrauch: Beaufort mal 5 ergibt ungefähr die Knoten, ab Windstärke 6 etwas weniger. Bft 4 sind rund 13 Knoten, Bft 6 rund 24, Bft 8 rund 37. Für Kilometer pro Stunde die Knoten knapp verdoppeln.
Warum Beaufort und nicht Knoten?
Beaufort beschreibt Wirkung, nicht Geschwindigkeit. Admiral Francis Beaufort entwickelte die Skala 1806 für Segelschiffe ohne Messgeräte: Man beobachtete, wie die See aussah und wie viel Tuch ein Schiff noch tragen konnte. Deshalb ist sie an Bord bis heute praktisch — sie funktioniert, wenn der Windmesser ausfällt, und sie berücksichtigt implizit, dass 25 Knoten mit hohem Seegang etwas völlig anderes sind als 25 Knoten auf glattem Wasser.
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