Seegebiete sind meteorologische Einteilungen, keine nautischen. Sie folgen nicht den Grenzen von Seekarten oder Hoheitsgewässern, sondern fassen Flächen zusammen, für die eine gemeinsame Vorhersage sinnvoll ist. Ein Seegebiet ist deshalb groß — mehrere hundert Seemeilen sind normal.
Warum das wichtig ist
Wer von Kiel nach Bornholm segelt, wechselt unterwegs von der Westlichen in die Südliche Ostsee. Beide Gebiete haben eigene Vorhersagen, die sich um zwei Windstärken unterscheiden können. Für längere Törns lesen Sie deshalb nicht ein Gebiet, sondern die Reihe der Gebiete entlang Ihres Kurses.
Seegebiet
Lage
Deutsche Bucht
Südöstliche Nordsee zwischen Ostfriesland, Helgoland und Nordfriesland
Fischer
Nördlich der Deutschen Bucht, vor der dänischen Westküste
Deutsche Ostseeküste
Küstennaher Streifen von Flensburg bis Usedom
Skagerrak
Zwischen Nordjütland und Südnorwegen
Kattegat
Zwischen Jütland und Schweden, Zugang zur Ostsee
Belte und Sund
Die dänischen Meerengen
Westliche Ostsee
Kieler und Lübecker Bucht bis Rügen
Südliche Ostsee
Von Rügen bis zur polnischen Küste
Südöstliche Ostsee
Vor der litauischen und lettischen Küste
Die Karte lädt Kacheln von OpenStreetMap und OpenSeaMap. Dabei geht Ihre IP-Adresse an deren Server — deshalb erst auf Klick.
Innerhalb von etwa zwölf Seemeilen vor der Küste gilt der Küstenwetterbericht. Er ist feiner aufgelöst und berücksichtigt Effekte, die der Seewetterbericht nicht abbilden kann: Land- und Seewind, Düsenwirkung in Förden, thermische Verstärkung an warmen Nachmittagen.
Fahren Sie aus einem Revier hinaus, lesen Sie beide. Der Unterschied an der Grenze ist die eigentliche Information — er sagt Ihnen, was passiert, wenn Sie die Küste verlassen.
Die britischen Namen
Einige Gebietsnamen wie Fischer, Dogger oder German Bight stammen aus dem britischen Shipping Forecast und werden international verwendet. Wer im englischen Bericht des DWD oder in ausländischen Vorhersagen liest, findet dieselben Flächen unter diesen Namen wieder.